Die Untersuchung, die Jungfräulichkeit zeigen soll, zeigt nichts.
Der Glaube, eine erste sexuelle Erfahrung hinterlasse ein sichtbares, dauerhaftes Zeichen, gehört zu den folgenreichsten falschen Vorstellungen der Medizin — er wird bis heute genutzt, um Untersuchungen von Mädchen und Frauen in vielen Ländern zu rechtfertigen. Studien, die Jugendliche begleiteten, fanden bei etwa der Hälfte derer, die Geschlechtsverkehr hatten, keine nachweisbare Veränderung.
Das Gewebe unterscheidet sich schon von Geburt an enorm zwischen Individuen, ändert durch die Pubertät unter dem Einfluss von Östrogen seine Form und heilt schnell, wenn es doch einreißt. Es gibt keinen Ausgangswert zum Vergleich, und das ist der grundlegende Grund, warum die Untersuchung nicht einmal im Prinzip funktionieren kann.