Alfred Kinsey befragte in den 1940er- und 50er-Jahren rund 18.000 Menschen, zu einer Zeit, als niemand systematisch gefragt hatte, und die Arbeit war wirklich grundlegend. Seine Skala von 0 bis 6 war zudem das erste verbreitete Modell, das Orientierung als Spektrum statt als zwei Schubladen behandelte.
Die Stichprobe jedoch war nicht zufällig. Er rekrutierte über Gruppen, zu denen er Zugang hatte, darunter eine erhebliche Zahl von Gefängnisinsassen und Sexarbeiterinnen. Das oft zitierte „10 Prozent sind homosexuell“ war eine Ablesung dieser Stichprobe. Moderne Zufallsstichproben setzen den Wert für ausschließlich gleichgeschlechtliche Anziehung bei etwa 2 bis 4 Prozent an, bei weit mehr, die einiges berichten.